Zettelkasten 25.08.2014: Gut geträumt

14.08.25 Mr. Brown

“Was würden Sie antworten, wenn man Sie fragte: Welche Autos wollen Sie in Ihrem Leben unbedingt noch fahren/ausprobieren?…”

Ich habe inzwischen mehr und mehr den Eindruck, beinahe alle jungen Autodesigner müssen heute bei ihrer Einstellung, im Arbeitsvertrag einen Passus unterschreiben, nur noch Autos zu zeichnen, die am Ende aussehen wie im Windkanal geformte Lux – Seifenstücke.

Hätten die mich doch mal gefragt, was mich neuwagenmäßig beim ersten Anblick in etwa genau so vibrieren und schlucken lässt, als hätte die leibhaftige Ornella Muti mich grade im Strassencafe gefragt, ob sie sich an meinen Tisch setzen darf, hätte ich momentan nur eine Antwort parat: Ein “David Brown”

 

Vergessene Bad Homburger Langzeitparker

14.08.21 HGScheunenfund 003

In der Garagengoldsucherszene machte seit Jahren das Gerücht die Runde, in einem seit langem verlassenen Unternehmerhaus meiner Heimatstadt, schlummerten einige beinahe unberührte Mercedes-Benz, VW T1 (Samba) und BMW Isettas aus den 1950er Jahren und bergeweise Autoteile und sonstige Hinterlassenschaften eines ganzen Lebens.

Ich war der erste der sie sehen durfte, nachdem der frühere Besitzer vor fast 10 Jahren verstorben war. Wie den grauen 190 D ‘Ponton’ mit 19.000 Kilometern auf dem Tacho, der seit 50 Jahren dort trocken “geparkt” und in dessen Innenraum nicht eine einzige Schimmelspore zu sehen war.

Ich mach’s kurz: Bestimmt werde ich dann, wenn auch die alten VW T1 Busse und vor allem die ‘Isetta’, die keine 2.000 Kilometer gelaufen sein soll, demnächst unter Bergen von alten Neu – Reifen (noch etikettiert),  Kartons mit alten Blechspielsachen und vielem, unglaublich vielem anderen mehr, was alte Steinzeitjägerherzen im Spätkapitalismus schneller schlagen lässt, wieder aufgetaucht sind, mehr von den Autos erzählen. Wo sich das Haus mit den vielen Langzeitparkern befindet, aber ganz bestimmt nicht..

P.S. Ich hoffe jetzt nur, dass mir das Schicksal des Tutanchamun – Entdeckers Howard Carter erspart bleibt – und ich mir zwischen den Reifenstapeln und im zentimeterdicken Staub auf den Bergen von auf zwei Stockwerken beinahe messiehaft gehorteten Autoteilen, keinen „Fluch der Sterne“ eingehandelt habe.

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BMW i8 Blockhead of the month

14.08.18 BMW i 8 - fünfacher Listenpreis

“…Das skurillste Ergebnis dürfte Goodings bei der Versteigerung eines I8 erzielt haben. Der ist fabrikneu für rund 130.000 Euro zu haben. Bei der üblichen Aufpreispolitik dürften es also auch rund 200.000 Euro sein. Bei Goodings erzielte das Auto satte 750.000 Dollar. Da wollte wohl jemand seinem Tesla-fahrendem Nachbarn zeigen, was eine Harke ist…”

Als ich jung war, hätte ich dem Käufer des BMW i8 vermutlich einen Tiernamen oder den einer Körperöffnung unterhalb des verlängerten Rückens gegeben und ihn für hoffnungslos verblödet erklärt, denn hier gibt es fünf zum Preis von einem…

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Nach allen Regeln der Kunst III…

14.08.15 Ferrari 250 GT - Weltrekord...

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich komme mir beim Lesen solcher Berichte, nicht nur sprichwörtlich, so richtig und nach allen Regeln der Kunst, vollverar…t vor.

“…Die „Bombe“ platzte Anfang Juli, als Bonhams bekannt gab, einen authentischen Ferrari 250 GTO bei seiner „The Quail Auction“ zu versteigern. Dass die Ferrari-Ikone, die ohne Mindestgebot zum Aufruf kommen sollte, einen Rekordpreis erzielen würde, war zu erwarten. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob das Auktionsauto (mit perfekter Historie) die 52 Millionen US-Dollar, die im Jahr 2013 angeblich bei einem Privatverkauf für einen GTO gezahlt wurden, toppen könnte…”

Tscha, da geht “angeblich” letztes Jahr einer von vielleicht !? grade noch 15 – 20 existierenden Ferrari 250 GTO für schlappe 52 Mio. Dollars, strictly-privat under the table über den Tresen, ein Auto, dessen bisherige Existenz selbst der ansonsten bestens vernetzten und informierten Ferraristi – Szene total unbekannt und wohl auch bei keinem Concour jemals aufgetaucht war, was absolut niemand jemals zu Gesicht oder gar vor die Linse bekommen hatte, kurzum, ein Auto, was es nach den Gesetzen der Logik, eigentlich gar nicht gibt.

Hauptsache ist wohl heute, eine derart schräge Geschichte der sich rundum darauf stürzenden Journaille, wird dem Auktionshaus von mindestens Einem mit dicker Brieftasche und der Lebensangst gepeinigten, in der Restlebenszeit sonst nie mehr zu “seinem 250 GT” zu kommen, abgekauft.

Und so kommt es dann eben auch zu Phänomenen wie grade eben, wo redselige, knastbereitwillige Idioten dann vertrauensselige Trottel ausnehmen können.

P.S. Ähnliches Thema: RM Auctions: “Their Sales are beautifull blendet”

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